Schach

Jugendbundesliga Süd: Kein Wintermärchen in Freiburg

Am vierten Spieltag traten wir die längste Auswärtsfahrt der gesamten Liga von Leipheim nach Freiburg mit über drei Stunden Anfahrt an. Dabei traten wir mit sechs unserer sieben Stammspielern an, um kein Brett kampflos abzugeben.

Als wir angekommen waren, mussten wir feststellen, dass die Gegner zu acht anwesend waren. Nachdem bestimmt wurde, wer spielen durfte, spielten zwei der Gegner nebenan ein Übungsmatch, während unsere Partien zeitgleich begannen.

Das erste Ergebnis konnte Daniel (Brett 3) vermelden. Aus der Eröffnung heraus erreichte er eine angenehme Stellung mit Raumvorteil. Daraufhin opferte Daniel nicht ganz gerechtfertigt einen Springer. Jedoch fand sein Gegner glücklicherweise den Zug zur Widerlegung nicht, wodurch Daniel einen sehr starken Königsangriff bekam. Dabei stand der gegnerische König offen in der Mitte, weshalb Daniel mit seinen Figuren direkt auf diesen losging. Der Gegner hatte daraufhin keine Möglichkeit Materialverlust zu vermeiden und gab somit auf – 1:0.

Jedoch konnten die Gegner kurz danach wieder ausgleichen. Felix (Brett 6) war nicht optimal aus der Eröffnung gekommen. Allerdings schaffte Felix es seinen König durch die lange Rochade rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Jedoch hatte der Gegner weiterhin die Initiative, da dieser besser entwickelt war. In nicht ganz einfacher Stellung übersah Felix leider eine taktische Idee des Gegners, die zum Figurenverlust führte. Felix kämpfte danach noch weiter, jedoch ließ sein Gegner nichts mehr anbrennen – 1:1.

Als nächstes endete die Partie von Linus (Brett 5). Nachdem sein Gegner eine kuriose Eröffnung gespielt hatte, stand Linus zunächst deutlich besser. Jedoch wurde die Stellung schnell scharf, da es zu entgegengesetzten Rochaden kam. Um die Initiative des Gegners zu stoppen, ließ Linus einen Qualitätsgewinn zu. Kurz darauf gab ihm der Gegner die Qualität vermutlich unabsichtlich wieder zurück. Als die Zeit von Linus knapp wurde, war Linus leider derjenige, der den entscheidenden Fehler beging, da er ein Matt in 2 übersah – 1:2.

Simon (Brett 1) kam gut aus der Eröffnung. Leider entschied er sich in der Folge für einen weniger bekannten Plan statt für den soliden Standardplan, den er sehr gut kannte. Der andere Plan funktionierte in der konkreten Stellung jedoch nicht richtig, sodass sein Gegner in Vorteil kam. Am Ende entstand ein Damenendspiel mit einem Mehrbauern für den Freiburger, das ohne Gegenspiel nicht mehr zu halten war – 1:3.

Zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaftsniederlage bereits absehbar, da wir an beiden anderen Brettern auf Verlust standen. Aksh (Brett 2) hatte zu Beginn eine ausgeglichene symmetrische Stellung auf dem Brett. Als er seinen schlechten Läufer später auf Kosten eines Isolani befreite, ging der Gegner stark gegen den Isolani vor und konnte ihn später auch gewinnen. Aksh kämpfte aber weiter, auch wenn es dem Gegner gelang nach dem Damentausch in ein gewonnenes Springerendspiel überzuleiten. Als jedoch sein Gegner zum falschen Zeitpunkt einen Bauern vorzog, nutzte Aksh die Chance einen entfernten Freibauern zu bilden. Nach ein paar weiteren Zügen konnte Aksh tatsächlich noch das Remis sichern – 1,5:3,5.

Am längsten spielte dieses Mal Niklas (Brett 4). Zu Beginn geriet er leider etwas unter Beschuss, sodass sein Gegner die Chance zum Figurengewinn hatte. Zum Glück übersah dieser sie und gewann nur einen Bauern. Dieser reichte jedoch in der Stellung aus, sodass sein Gegner in ein für ihn gewonnenes Bauernendspiel überleiten konnte. Niklas zeigte jedoch wie Aksh Kampfgeist. Nachdem sein Gegenüber nicht optimal spielte, gelang es Niklas einen Freibauern am Rand zu bilden. Als er später mit einem Bauerndurchbruch auf der anderen Seite einen zweiten Freibauern bilden konnte, war Niklas derjenige der das Bauernrennen gewann und mit Schach zur Dame einlief zum 2,5:3,5 Endstand.

Somit stand am Ende trotz großem Aufwand eine Niederlage. An einem anderen Tag wäre sicher mehr drin gewesen, jedoch hatten sich die Freiburger den Sieg auch hart erarbeitet und nicht ganz unverdient gewonnen.

Ein besonderes Dankeschön geht zum einen an die sechs Spieler, die sich extra im Dienst der Mannschaft Zeit genommen hatten, und zum anderen an Andreas Biedenbach und Hubertus Kehl, die sich bereit erklärten unsere Spieler nach Freiburg und wieder zurück zu fahren.

Nach Weihnachten geht es für uns Anfang nächsten Jahres weiter. Dann empfangen wir die Schachfreunde aus Karlsruhe, wobei wir mit unserer Heimstärke durchaus auf wichtige Punkte im Abstiegskampf hoffen können.

SECHS LEIPHEIMER IM „ZÄHRINGER KELLER“

oben von links nach rechts: Felix, Simon und Daniel; unten von links nach rechts: Linus, Aksh und Niklas

JUGENDBUNDESLIGA SÜD: STAND NACH DEM 4. SPIELTAG
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